Wissenswertes Beschläge

Vom Schmied in Handarbeit hergestellt galten historische Beschläge bei Türen und Fenster als Besonderheit, die natürlich nicht überstrichen waren, sondern durch Auflagen in Zinn, Silber oder gar Gold veredelt wurden. Ergänzend wurden Gravuren, Treibarbeiten und Ätzmethoden angewandt.

Im Historismus etwa ab 1850 wuchs die Vielfalt der Bauaufgaben und der Schmied wurde zunehmend von einer Beschlagsindustrie abgelöst, indem preiswerte Massenfabrikate als Gussteile in Bronze, Messing und anderen Legierungen angeboten wurden. Ein weiterer technischer Fortschritt war die Herstellung von Gusseisen, die zu gänzlich neuen Bautypen wie den Eiffelturm und kühnen Brückenkonstruktionen führten.

Die Anzahl antiker Beschläge ist riesig. Wir führen wohlsortiert ein umfangreiches Sortiment an restaurierten und unrestaurierten historischen Beschlägen mit ständig wechselnden Bestand.

Riegel

Riegel in einfacher Form werden bei Stalltüren verwendet. Mit einer Verlängerung des Schließeisens durch das Türblatt läßt er sich von beiden Seiten aus bedienen. Riegel in oft verzierter Form werden bei mehrflügligen Türen zum Feststellen des Stehflügels benutzt. Zum Boden hin in kurzer Ausführung können sie dagegen zum Türsturz je nach Türhöhe eine beträchtliche Länge erreichen.

 Schloss

 

Als Weiterentwicklung des Riegels konnte das Schloss ein größeres Sicherheitsbedürfnis erfüllen. Bestehend aus Schlosskörper mit schießender oder hebender Falle, aus Riegelaufnahme, Drücker und dem Schlüssel werden sie in sogenannte offene Schlösser (Gotik bis Barock), Kastenschlösser (Barock bis Neuzeit) und Einsteckschlösser (Jugendstil, Neuzeit) eingeteilt.

 Linkes oder rechtes Schloss?  Sucht man für eine Tür ein Schloss, sollte man dreierlei wissen: Die Ausrichtung von offenen Schlössern und Kastenschlössern läßt sich einteilen, wenn man auf der Bandseite der Tür steht, z. B. Bänder rechts, Tür schlägt zum Betrachter hin auf (DIN rechts), Schloss (auf der Bandseite) links befestigt, so ist die Bezeichnung für das Schloss "links einwärts (LE)". Umgekehrt hat eine links angeschlagene Tür (DIN links) das Schloss auf der Bandseite rechts, also "rechts einwärts (RE)". Auf der Bandseite angeschlagene Schlösser sind üblich, seltener ist der Anschlag der Schlösser auf der Türrückseite. Bei einer DIN rechts-Türe wäre demnach das Schloss als "rechts auswärts (RA)" zu bezeichnen, bei einer DIN links-Türe als "links auswärts (LA)". Einfacher ist es bei Einsteckschlössern: DIN rechts-Tür mit Schlossbezeichnung "rechts", DIN links-Tür mit "linkem" Schloss.
 
 Dornmaß und Abstand

 
Der Abstand von Stulpvorderkante zu Mitte Schlüsselloch bzw. Nuss ist das "Dornmaß". Üblich sind nach Norm 55 mm, wobei im Abstand von 5 mm Maße von 25 mm bis 100 mm vertreten sind.

Von Mitte Nuss bis Mitte Schlüsseldorn wird der "Abstand" oder die "Entfernung" gemessen. Dieses Maß ist wichtig bei der Auswahl des passenden Schlüsselschildes. Nach heutiger Norm beträgt bei Haustüren der "Abstand" 92 mm, bei Zimmertüren 72 mm.

Die Vierkantmaße der Nuss sind im Gegensatz zu neuen Schlössern bei historischen Schlössern nicht genormt. Sie schwanken von 7 x 7 mm bis 12 x 12 mm (z. B. bei Haustüren).
 
Schlüsselschild

Gegenüber dem Schloss befindet sich auf der anderen Türseite das Schlüsselschild. Es deckt die Holzöffnungen für Drücker und Schlüssel ab, dient ihnen als Führung und ist schmückendes Element.

Als durchgehendes Blech wird es als Kurzschild beim Kastenschloss, als Langschild beim Einsteckschloss bezeichnet, während es sich in geteilter Ausführung um Drücker- bzw. Schlüsselrosetten handelt.

Schilder wurden aufgeschraubt oder in das Türblatt eingelassen. Im letzteren Fall sind sie in der einfacheren Form meist überstrichen, nur die zusätzlich aufgesetzte Drückerrosette ist Gestaltungselement.