Wissenswertes Zäune

Das Gitter – mehr als die bloße Einfriedung des Grundstückes

Heute oft nur der Maschendraht – oder Jägerzaun, war die gestaltete Einfriedung in früheren Epochen die Visitenkarte des Eigentümers, der Ausdruck seines Lebensstiles und auch Beleg für traditionelle Handwerkskunst.

Vergessen sind die Gestaltungsregeln zu den Einfriedungen, die gerade im städtischen Bereich das Gitter als Einheit mit den dominanten Eck- und Eingangspfeilern, gemauert oder in Naturstein, dem Sockelmäuerchen und dem Torportal sehen.

Als Einheit stellen sie eine künstlerische Gestaltungsaufgabe dar und findet im Tor ihre formale Steigerung in der Größe und im Gestaltungsaufwand.

Gitter aus früherer Zeit waren reine Schmiedearbeiten: getrieben, gelocht, gestreckt und gestaucht; zur Verzierung wurde punziert und torsiert; die Metallverbindungen waren geschweißt und/oder genietet. Mit Aufkommen des Metallgusses Mitte des 19. Jahrhunderts wurden ornamentierte Einzelteile seriell hergestellt und der Formenreichtum wesentlich vergrößert. Lanzenspitzen, Rosetten, Blumen und Zierknöpfe, Zierbünde bei Verbindungen, all jene liebenswerte Zierformen wurden handwerklich perfekt kombiniert und stellten eine Bereicherung dar. Muss man sich wirklich an moderne Eisenprotzgitter mit angepapptem Massenzierrat gewöhnen?