… Glas? Glas! Glas!!! …

Schon eigenartig – da wird wohlüberlegt die festliche Tafel mit erlesenen Gläsern für erlesene Getränke ausgestattet, wert auf feinen Schliff oder Farbigkeit gelegt.

Keine Aufmerksamkeit erfährt das Glas in unserem gebauten Umfeld, Glas ist transparent, mehr Anforderungen braucht es nicht. Die Industrie hat für jeden Zweck Spezialgläser gegen Einbruch, Durchschuss, gegen UV-Strahlung, gegen Wärmeverlust und weiteres Ungemach entwickelt. Das reicht dem modernen Menschen.

Seit Jahrzehnten haben sich insbesondere die „Berufsgestalter“ - preisgekrönte Architekten, hochdekorierte Designer - eine wunderbare Gestaltungsmöglichkeit entgehen lassen; haben gestaltungsorientierte Bauherrschaften das gestaltete Glas mit bleisprossenverzierten Jagdszenen oder einer stupiden Wirtshausfarbverglasung der 50/60er Jahre abgetan; hat sich der ehemals ehrenwerte Berufsstand des Glasers in fleißige Pflichtgehilfen der Industrie verwandelt, bar jeglichen Gestaltungswillen und der Kraft, immer wieder den Auftraggebern die Glasgestaltung nahe zu bringen. 

Es geht nicht nur um Denkmalschutz, um Kirchenfenster, um die Jugendstilvilla. 

Vergessen ist das Buntglas in einer auch modernen Türanlage, vergessen die typischen Glasgestaltungen alter Treppenräume (als gäbe es heute nur noch Aufzüge), vergessen die innovative Glasveredelung bei Innentüren mit dem Firmenlogo, der Raumbezeichnung … (Computerfolien kleben ist banal!)
Zu hören sind seit Jahrzehnten die stereotypische Aussagen: „Transparenz!“ „Das Draussen nach Drinnen holen!“ … 

Transparenz lässt sich wandeln, die Nahtstelle ist nicht gestaltlos, Glasstriche als Gravur, Glaspartien in Glasverschmelzung, Farbglaskompositionen – eine luftige Dramaturgie des Ausblickes, eine grafische Inszenierung zu Achsen, zur Weitsicht des Draussens.
Ein wahrhaft spannendes Feld, wenn man sich öffnet: das Spiel beginnt.

Warum nicht ein Glasfeld vom Wintergarten in Szene setzen? Im Kleinen die gläserne Terrassenabtrennung dem Morgenlicht aussetzen, im Großen den geschossübergreifenden Lichtschlitz im modernen Kubus in Grautönen nuancierend überhöhen?
Man darf schon dankbar sein, wenn in modernen Bädern und Küchen das Glas Einzug hielt, auch mit satten Farben und auch in Großformaten ohne die Fliesenfugen eine starke Präsenz bietet.


Der nächste Baumarkt bietet Banalitäten, der normale Glaser ist überfordert. Was bleibt dem gestaltungswilligen Bauherrn, dem Architekten?

Die letzten Spezialisten ihrer Art sind die Kunstglaser, Meister und Künstler, häufig in der Denkmalpflege tätig, oft mit einem eigenen Lager mit einer unübersehbaren Anzahl von modernen und historischen Gläsern. Man wird überrascht sein, von den vielfältigen Techniken der Glasbearbeitung, den riesigen Arbeitstischen, den „eigenwilligen“ Werkzeugen und mit etwas Glück verschafft einem der Blick über die Schultern das Verständnis, wie man mit diesem fragilem Material umgeht.


In Süddeutschland, speziell im mittleren Neckarraum, gibt es eine Anlaufstelle in einer historischen Fabrik mitten in Esslingen bei der 
Fa. Gaiser&Fieber. 

Ein Termin mit dem engagierten Inhaber Rolf Bay gewährt den Einblick, verknüpft den künstlerischen und handwerklichen Aspekt. Ihre bis dahin vielleicht vagen Ideen werden bei inspirierendem Ambiente vertieft, bemustert, finden den feinen Schliff und legen schlussendlich auch den Kostenfaktor offen.

Wenn man Rolf Bay kennt, schätzt man an ihm seine Geduld und sein Feingefühl. Seine Kenntnis zu historischen Gläsern und modernen Techniken wird man nicht erschöpfen können. Man kann es ja versuchen:

Tel. 0711 / 60 24 68
www.gaiserundfieber.de

Ausser einem Termin bei konkretem Anliegen bietet die
Fa. Gaiser&Fieber auch Betriebsführungen an, der Shop rundet das Thema Glas ab.

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